Dienstag, April 25, 2017

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Gasladärne singt zum Jubiläum im Kleinbasel

Die Gasladärne ist der älteste Basler Schnitzelbangg. Die Gasladärne ist der älteste Basler Schnitzelbangg. Bild: zvg Gasladärne

Der Comité-Bangg Gasladärne feiert dieses Jahr das 40-Jahr-Jubiläum. Wie ist der Schnitzelbangg damals entstanden? Gehören Sie zu den Gründern?

Obmann: Ja, ich bin der einzige, der seit dem Anfang dabei ist. Mit einem Arbeitskollegen und einem Kollegen meiner damaligen Frau habe ich 1977 den Schnitzelbank Gasladärne gegründet. Wir sind der älteste Bangg von Basel. Dr Schorsch vom Hafebeggi 2 war zwar länger unterwegs, jedoch nicht immer unter demselben Namen.

 

Wie sind Sie auf den Namen gekommen?

Damals sind wir auf einer Nostalgiewelle geritten. Jeder der damals drei Aktiven machte eine Liste mit möglichen Namen, die Gasladärne ging als Sieger hervor.  

 

Wo haben Sie gelernt, Verse zu drechseln?

Bereits meine Mutter hat Gedichte geschrieben. Von ihr habe ich viel gelernt. Übers Jahr sammle ich jeweils Zeitungsausschnitte, daraus entsteht eine Themenliste, die wir ab Herbst bearbeiten und daraus die Verse machen. Dabei helfen mir zwei Aussenstehende, die nicht beim Bangg mitmachen.

 

Wie lange dauert es, bis die Verse stehen?

Früher habe ich fast das ganze Jahr daran gearbeitet. Heute habe ich mehr Erfahrung und wie gesagt auch Unterstützung von Aussenstehenden. Die allermeisten Verse schreiben wir zwischen Weihnachten und dem Vogel Gryff. Dieses Jahr hatten wir 29 Verse, 10 davon lernen wir auswendig. Auf die Route gehen wir mit acht Versen, davon wird noch der eine oder andere gestrichen. Je kürzer der Auftritt, desto besser.

 

Wer bestimmt, was lustig ist?

Das Publikum.

 

Wie viele Verse werden wir dieses Jahr über Trump hören?

Ich schätze rund 200. Aber wir bringen keinen (lacht). Und wir haben auch keinen Vers über Zürcher oder über Deutsche.

 

Seit 40 Jahren treten Sie mit der gleichen Melodie auf. Dachten Sie nie daran, sie zu wechseln?

Nein, wir haben von Anfang gesagt, wir möchten ein traditioneller Bangg bleiben. Wir singen dreistimmig, haben weder einen Langvers noch einen Refrain, und wir spielen auch kein Theater. Es gab Ideen aus der Gruppe, zum Beispiel zum 40-Jahr-Jubiläum etwas anderes zu machen. Aber diese Ideen haben wir wieder verworfen.

 

Sie singen auswendig?

Klar, für uns ist das Ehrensache – und auch Tradition. 

 

Wie viele Leute wissen, wer bei der Gasladärne unter den Larven steckt?

Nur ganz wenige Bekannte und Freunde, sonst niemand. Wenn uns jemand fragt, welcher Bangg wir sind, antworten wir immer: Das habe ich jetzt grad vergessen.

 

Wie viele Proben machen Sie vor der Fasnacht?

Wir haben drei Proben angesetzt, an denen wir unsere Bängg jeweils fünfmal durchsingen. Am letzten Probetag singen wir ohne Blatt. Aus Rücksicht auf unsere Nachbarn proben wir in einem Zimmer im Allmendhaus. Die Proben sind sehr wichtig, damit die Stimmen zusammenpassen. Im Gegensatz etwa zu den Schlyffstai hat bei uns niemand eine Gesangsausbildung.

 

Tritt nach 40 Jahre nicht eine Art Sättigung ein?

Doch. Mit dem fortgeschrittenen Alter wird es immer schwieriger, Verse zu schreiben.

 

Die hohe Belastung war ja auch eine Begründung, wieso die allermeisten Bängg kaum mehr Auftritte im Kleinbasel absolvieren. Wie gehen Sie als Kleinbasler Bangg damit um?

Wir haben Mühe damit. Die Hauptbegründung liegt darin, dass alle Comité-Bängg am Montag- und am Mittwochabend im Theater und im Schauspielhaus singen. Wenn sie gleichzeitig noch im Kleinbasel auftreten, müssen sie weite Wege gehen. Deshalb bieten wir dem Kleinbasler Volk eine Alternative an: Wir treten am Dienstagabend in den Kleinbasler Kellern auf. Dort kann man ohne Reservierung nach Lust und Laune Schnitzelbängg hören. Am Dienstag haben wir die schönsten Erlebnisse.

 

Und wie geht es mit der Gasladärne nach dem Jubiläum weiter?
Das geben wir erst am Schlussabend bekannt.

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 15 Februar 2017 16:13

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