Mittwoch, November 22, 2017

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Neue Ideen für den Unteren Rheinweg

Arbeitsgruppe «Grillmeile». IGUR-Mitglieder überlegten, wie sich Lärm und Grillpartys am Rheinbord reduzieren liessen. Arbeitsgruppe «Grillmeile». IGUR-Mitglieder überlegten, wie sich Lärm und Grillpartys am Rheinbord reduzieren liessen. Markus Knöpfli

Die Probleme am Unteren Rheinweg, besonders in den Sommermonaten, sind bekannt: Menschenmassen aus der ganzen Region, die das Rheinbord bevölkern, oft Suchverkehr verursachen, grillieren, bis in die Morgenstunden lärmen, in den Vorgärten urinieren sowie Abfälle und Scherben hinterlassen. Die IG Unterer Rheinweg (IGUR) mit ihren 150 Mitgliedern kämpft schon lange gegen die Auswüchse an dieser Ausgehmeile, und auch die Behörden unternehmen immer wieder neue Anläufe (siehe Kasten).

«Es wird immer schlimmer»

Wie sehr die Anwohner die Nase voll haben, zeigte sich an einer Veranstaltung des Stadtteilsekretariats, die von über 70 Personen besucht wurde. Eine Frau klagte, alle Massnahmen hätten bisher zu keinen Verbesserungen geführt, im Gegenteil: «Es wird immer schlimmer.» Niemand widersprach. Einzig die Stadtreinigung, die täglich mehrmals das Rheinbord reinigt, wurde gelobt.

In einem Punkt ist die Situation am Unteren Rheinweg «einzigartig», sagte Tom Steiner, der an der Hochschule Luzern zu diesem Thema forscht. In vielen Städten ziehe es die Menschen ans Wasser, überall gebe es Probleme. «Doch in keiner andern Schweizer Stadt stehen Wohnhäuser so nahe an der Problemzone.» Ratschläge konnte aber auch er nicht erteilen. Dazu sei das Phänomen zu jung, sagte er.

Unter der Leitung von Theres Wernli vom Quartiersekretariat, wurden deshalb teils im Plenum, teils in Gruppen neue Ansätze gesammelt. Sie sollten nachher mit den Behörden diskutiert werden.

Wie oft bei solchen Anlässen gab es natürlich auch hier Personen, die bloss auf Ruhe, Ordnung und Problemverdrängung pochten oder Polizei und Behörden Nichtstun vorwarfen. Aber es gab auch andere Stimmen. Ein Mann sagte: «Mir stinkts auch. Doch wenn ich der Polizei anrufe, kommt sie. Sie macht, was sie kann.» Er schlug weiter vor, dass Anwohner zu Zweit oder zu Dritt jene Personen, die negativ auffallen, ansprechen und zurechtweisen sollten. «Wenn wir schon jetzt damit anfangen, nützt es eher, als wenn wir erst im Sommer starten», meinte er.

Ein Durchgang zur Uferstrasse?

Genau daran knüpft auch die Idee von SIP-Patroullien in Zürich an: Uniformierte Zweierteams, die in den Problemzonen auffällige oder störende Personen ansprechen, ohne jedoch über Strafkompetenzen zu verfügen. SIP steht dabei für Sicherheit, Intervention, Prävention. Auch die Idee eines «Nachtbürgermeisters» (siehe VG-Ausgabe Nr. 7) kam wieder aufs Tapet.

Interessant, wenn auch nicht neu war die Idee, einen Durchgang vom Unteren Rheinweg zur Uferstrasse zu öffnen, damit sich die Menschen stärker verteilen.

Jemand schlug zudem eine Art Kompromiss vor: Die Anwohner akzeptieren das nächtliche Treiben am Rheinbord bis 24 Uhr, also zwei Stunden über die Nachtruhe hinaus. Nachher sollte es aber von den Behörden konsequent unterbunden werden.

Eine andere Person verwies auf die Stadt Hamburg, wo das Grillieren an der Elbe ganz untersagt wurde. Andere forderten, dass am Rheinbord nur noch auf Elektrogrills der Stadt grilliert werden darf.

Letzte Änderung am Mittwoch, 12 April 2017 16:27

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