Dienstag, Dezember 12, 2017

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Schafft die CVP mit Balz Herter die Wende?

Balz Herter hat auch Ambitionen auf den Nationalrat. Balz Herter hat auch Ambitionen auf den Nationalrat. Michael Fritschi, fotowerk.ch

Der Kleinbasler Balz Herter wurde am 22. Mai zum neuen Präsidenten der CVP Basel-Stadt gewählt. «Die CVP hat die Talsohle erreicht», sagt der 33-jährige Betriebswirtschafter. Er setzt sich zum Ziel, den verlorenen Nationalratssitz zurückzuerobern und auch im Grossen Rat einen Sitz zu gewinnen. Herter arbeitet bei der Roche als Verantwortlicher für lokale Produktions- und Verpackungsstandorte in Osteuropa, im mittleren Osten und in Afrika. Er ist in festen Händen und wohnt an der Feldbergstrasse.

 

Mit dem Slogan «Das Leben ist hart, wählen Sie Herter» sind Sie letzten Herbst in den Grossratswahlkampf gestiegen und wurden dann auch gewählt. Nun folgte die Wahl als Präsident der CVP Basel-Stadt. Wird jetzt die CVP-Politik also härter?

Balz Herter: Es wird nicht härter, es wird Herter (lacht). Ich werde sicher neuen Wind hinein bringen und die Strukturen der Partei vereinfachen. Ich sehe mich als Botschafter der CVP und möchte die Partei wieder auf Vordermann bringen. 

 

Die CVP leidet an Wählerschwund, der Wähleranteil liegt noch bei knapp sieben Prozent. Man weiss nicht so recht, wo die CVP genau steht – links, in der Mitte oder rechts. Was wollen Sie dagegen tun?

Momentan fehlt es am klaren Profil, weil wir uns in den letzten Jahren zu wenig deutlich zu unseren Kernthemen geäussert haben. Ich werde daran arbeiten, dass wir wieder vermehrt wahrgenommen werden und in den Medien zu allen wichtigen Fragen Stellung beziehen wird.

 

Wie wollen Sie das anstellen?

Indem ich direkt hinstehe und meine dezidierte Meinung sage. Ich bin mir bewusst, dass dies nicht überall auf Gegenliebe stossen könnte.

 

Tatsächlich ist Ihr Stil direkt und deutlich. «So geht es nicht», erklärten Sie einer Tageszeitung.

Das war ein Seitenhieb an Sibel Arslan, Basler Nationalrätin vom Grünen Bündnis. Meiner Meinung nach haben wir in Bern keine richtige Vertretung und finden deshalb wenig Gehör, wenn es darum geht, Bundesgelder für Basel oder die Region zu erhalten. Deshalb brauchen wir in Bern Personen mit einer Aussenwirkung, die Sibel Arslan nun einmal nicht hat. 

 

Wenn man das hört, wird man das Gefühl nicht los, Sie möchten selber Nationalrat werden.

Höchstwahrscheinlich werde ich mich bei den nächsten Wahlen zur Verfügung stellen. Ziel ist, den an das Grüne Bündnis verlorenen Nationalratssitz zurückzuholen.

 

Ein weiteres Ziel wäre ein Sitz in der Basler Regierung.

Ich könnte mir dieses Amt in einigen Jahren sehr gut vorstellen.

 

Die CVP hatte es immer ein wenig schwer in Basel-Stadt, weil hier die klassische katholische Wählerschaft fehlt. Gilt das heute immer noch?

Viele unserer älteren Mitglieder und Wähler stammen tatsächlich aus katholischen Kreisen. Bei den Jungen gilt das weniger. Wir sind offen für alle, haben Mitglieder aus diversen Religionen, aber auch Atheisten. Ich zum Beispiel bin Mitglied der reformierten Kirche. Das C im Parteinamen steht für Werte wie Nächstenliebe, für einander Dasein und Humanismus. Ich bin sehr wirtschaftsfreundlich und liberal, aber gleichzeitig habe ich eine soziale Ader und unterstützte zum Beispiel Tagesstrukturen.

 

Die Frage, wo die CVP steht, ist damit noch nicht ganz beantwortet.

Wir stehen in der Mitte. In wirtschaftlichen Fragen sind wir oft einig mit der FDP und der LDP, in sozialpolitischen Fragen stimmen wir oft mit den Linken. Anders gesagt: Im Gegensatz zur FDP und zur LDP unterstützen wir soziale Projekte, aber nur, wenn sie nicht nach dem Giesskannenprinzip erfolgen.  

 

Wie wichtig ist Ihnen das Kleinbasel? 

Sehr wichtig. In bin im Kleinbasel aufgewachsen und wohne heute an der Feldbergstrasse. Wenn es dem Kleinbasel nützt, unterstütze ich auch Vorstösse von anderen Parteien. Als Mitglied einer Kleinbasler Stammclique und als Vorgesetzer der E. Gesellschaft zum Greifen setze ich mich auch für Traditionen ein.

 

Wo sehen Sie die grössten Probleme im Kleinbasel?

Der illegal deponierte Abfall, der überall herumliegt, stört mich sehr. Ein Ärgernis ist auch der hohe Parkierdruck im Quartier. Immer wieder werden Parkplätze aufgehoben, um Begegnungszonen einzurichten. Gewisse Begegnungszonen bringen nichts, dort sehe ich nie ein Kind spielen. Dass die Regierung nicht sagen kann, wie viele Parkplätze es gibt, zeugt nicht von grosser Stärke. Zudem brauchen wir ­weniger unsinnige Vorschriften und Einschränkungen für das Gewerbe.

 

Man fragt sich, wie Sie das alles bewältigen. Ihren Beruf, das Grossratsmandat, das Privatleben – und jetzt auch noch das CVP-Präsidium.

Ich werde sicher mehr gefordert sein. Mein Ziel ist aber, die Sitzungen effizienter und kürzer zu gestalten. Die grosse Politik findet ohnehin im Grossen Rat statt.  Deshalb muss ein Parteipräsident auch im Parlament sitzen.

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 24 Mai 2017 08:40

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