Mittwoch, Juli 18, 2018

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Ein Kleinbasler malt den Zürchern eine Laterne

Der Künstler Christoph Knöll malt am Sächsilüüte eine Basler Fasnachtslaterne. Der Künstler Christoph Knöll malt am Sächsilüüte eine Basler Fasnachtslaterne.

Herr Knöll, wie kommen Sie zu der Ehre, die Laterne zu malen, die der Gastkanton Basel-Stadt am Sächsilüüte den Zürchern schenkt?
Christoph Knöll: Christoph Bürgin, der Obmann des Fasnachts-Comités, fragte mich an, ob ich bereit wäre, diese Laterne vom Anfang bis zum Schluss herzustellen. Ich habe mich über die Anfrage gefreut und gern zugesagt. Speziell daran ist, dass der grösste Teil der Laterne in Zürich auf dem Lindenhof entsteht.

Wie geht das vor sich?
Die drei Meter hohe und zwei Meter breite Laterne habe ich mit meinen Schülern der Integrations- und Berufsvorbereitungsklasse (IBK) in Pratteln – sie stammen aus Eritrea und Afghanistan – gebaut und mit weisser Leinwand bespannt. So kommt sie am Freitag, 13. April, nach Zürich. Die weisse Laterne begleitet die offizielle Basler Delegation, die mit den Gastgebern in Zürich von Zunfthaus zu Zunfthaus marschiert. Danach kommt die Laterne auf den Lindenhof, auf das Festgelände für den Gastkanton.

Wie lange haben Sie Zeit, um die Laterne zu malen?
Nur drei Tage! Am Montag, wenn der grosse Sächsilüüte-Umzug beginnt, muss sie fertig sein. Wenn man bedenkt, dass man normalerweise 100 Stunden für eine Laterne braucht, ist die zeitliche Herausforderung sehr gross. Ich werde täglich zehn bis 12 Stunden am Malen sein.

Haben Sie irgendwelche Vorgaben oder Verbote zu beachten?
Nein, ich bin absolut frei in der Gestaltung. Natürlich dreht sich die Thematik um Zürich und Basel. Einerseits stelle ich die Rivalität dar, andererseits zeige ich auch Versöhnliches. Was es genau ist, bleibt geheim.

Arbeiten Sie nach einem vorgefertigten Entwurf, oder entscheiden Sie spontan, was Sie malen?
Spontan zu arbeiten wäre mir zu riskant. Ich habe eine massstabgetreue Skizze, die ich mit einem Hellraumprojektor auf die Leinwand projiziere, um deren Linien nachzuzeichnen. Dann beginne ich mit dem Malen.

Wie können Sie Zeit gewinnen?
Das so genannte «Hintermalen», also das Bemalen der Laternen-Rückseite, kann man grosszügiger oder weniger grosszügig ausführen. In diesem Bereich habe ich etwas Spielraum.

Was könnte schiefgehen?
Ich male in einem Zelt, bin also vor Regen geschützt. Wichtig ist, Durchzug zu vermeiden, damit ich mich nicht erkälte.

Sie sind also nicht nervös?
Ganz tiefenentspannt bin ich nicht, das gebe ich zu. Es ist wie eine Expedition, also vor allem eine logistische Herausforderung: Ich arbeite ja nicht in meinem Atelier, blinde Griffe in eine Schublade sind nicht möglich. Neben Pinseln und Farben braucht es viel Kleinmaterial, das bereit stehen muss.

Haben Sie Zeit, Fragen aus dem Publikum zu beantworten?
Das wird wohl schwierig. Wir haben auch mit der Idee gespielt, das Publikum einzubeziehen, indem es beispielsweise die Türchen der Laterne bemalt. Das ist aus zeitlichen Gründen nicht möglich.

Wann bekommt das Publikum die Laterne erstmals zu Gesicht?

Am Montag um 14 Uhr beziehen wir Stellung in einer Querstrasse der Bahnhofstrasse. Dann wird die Laterne erstmals gezeigt. Einige meiner Schüler aus der Vorlehre Baselland betätigen sich als Laternenträger, präsentieren die Laterne an der Spitze des «Zugs der Zünfte zum Feuer» und marschieren mit rund 3500 Zünftern, über 350 Reiter, rund 50 Wagen und gegen 30 Musikkorps über Bahnhofstrasse und Limmatquai zum Sechseläutenplatz, wo der Böögg verbrannt wird.

 

Was geschieht mit der Laterne?

Sie bekommt einen Platz in der Finanzverwaltung des Kantons Zürich und wird dort auch beleuchtet zu bewundern sein.
 

Knöll live im Internet

Zum Basler Gastauftritt am Sächsilüüte werden Live-Übertragungen, Fotos, Videos sowie Videos auf www.facebook/CityBasel und auf www.basel.ch veröffentlicht.
Live zu sehen ist beispielsweise die Gestaltung der Fasnachtslaterne durch Christoph Knöll zu folgenden Zeiten:

1. Teil: Freitag, 13. April, von 18.30 bis 22.30 Uhr

2. Teil: Samstag, 14. April, 18.30 bis 22.30 Uhr
3. Teil: Sonntag, 15. April, von 10 bis 14 Uhr

 

Sächsilüüte – das zünftige Zürcher Frühlingsfest

13. bis 14. April 2018
www.seschselaeuten.ch

 

 

Letzte Änderung am Freitag, 13 April 2018 16:08

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