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Passagiere wünschen kürzere Tramhaltestellen

  • Mittwoch, 27 Februar 2019 12:03
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Die Einfachhaltestelle wird am Bankverein getestet. Die Einfachhaltestelle wird am Bankverein getestet. Foto: zvg Bau- und Verkehrsdepartement.

Während rund vier Wochen hat die BVB an drei von fünf Doppel­haltestellen das Modell der Einfachhaltestellen getestet. Das heisst: An den Doppelhaltestellen konnte immer nur ein Tram nach dem anderen anhalten und seine Fahrgäste ein- und aussteigen lassen. In dieser Zeit haben Mitarbeiter der BVB vor Ort die Fahrgäste informiert und zu den Einfachhaltstellen befragt. 

Einfachhaltestellen gewünscht

Der Test sei nun abgeschlossen, erklärt Nicole Ryf-Stocker vom Bau-und Verkehrsdepartement (BVD). «Insgesamt wurden während des Praxistests rund 1600 Fahrgäste befragt. Zusätzlich gingen rund 100 spontane Emails, Briefe und Telefonate bei der BVB oder beim BVD ein.» Erste Ergebnisse zeigen, dass etwa drei Viertel der Fahrgäste am Markt- und Barfüsserplatz, am Bankverein, am Aeschenplatz und an der Heuwaage künftig keine Doppelhaltestellen mehr wollen. Die Befragung wird nun im Detail ausgewertet. 

Angst vor möglichem Chaos

Bereits jetzt schlängeln sich die Trams zeitweise nur langsam durch die Innenstadt. So befürchten nun viele Leute, dass die Umstellung auf Einfachhaltestellen zu weiteren Staus, Behinderungen und Verspätungen führen könnte. Diese Bedenken sind nicht unbegründet, wenn man bedenkt, dass künftig an allen fünf Doppelhaltestellen die Trams einzeln halten müssen. Das nimmt mehr Zeit in Anspruch, als wenn zwei Trams gleichzeitig halten und Passagiere ein- und aussteigen lassen können.

Die BVB sieht keine Probleme, wie Mediensprecherin Sonja Körkel ausführt. «Grundsätzlich hat der Praxistest des BVD aus Sicht der BVB funktioniert. Es kam zu keinen grösseren Verspätungen oder Staus. Die Auswirkungen auf die Fahrzeiten der Trams sowie die Betriebsstabilität werden von der BVB und dem BVD zusammen ausgewertet.» Bis im Sommer wird entschieden, ob die Doppelhaltestellen abgeschafft werden.

Provisorium belassen 

Wie das BVD mitteilt, sei der Test am Bankverein (siehe Bild oben) ein derart grosser Erfolg gewesen, dass die Befragten immer wieder forderten, die Einfachhaltestellen gleich so zu lassen. Aber wegen der kurzen Lebensdauer der provisorischen Folienmarkierungen sei das nicht möglich. Ob die für die Testphase provisorisch verbreiterte Traminseln bestehen bleiben können, muss ebenfalls noch geprüft werden. Bei einer definitiven Umstellung auf Einfachhaltestellen müssten weitere Anpassungen an den Haltestellen vorgenommen werden: Am Marktplatz in Richtung Schiff­lände befindet sich das Wartehäuschen beispielsweise nicht dort, wo dereinst die Einfachhaltestelle eingerichtet würde. Und das Trottoir müsste im hinteren Bereich näher an die Gleise geführt werden. Solche Anpassungen sollen bei einem positiven Entscheid bis im Sommer geplant werden, damit die optimale Lösung umgesetzt werden kann. 

Sollten die Doppelhaltestellen definitiv zu Einfachhaltestellen umgebaut werden, dann sind diese danach nur noch halb so lang: Rund 45 Meter statt wie bisher 90 Meter – so wie alle anderen Tramhaltestellen, wie Nicole Ryf vom BVD erklärt. «Die definitiven Umbauten finden zeitgleich mit notwendigen Erhaltungsmassnahmen und den Anpassungen an das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) statt». 

Praxistest vor Umbau

Keine der fünf Doppelhaltestellen wurde bisher BehiG-konform umgebaut. «Wir haben den Praxistest bewusst vor den anstehenden Umbauten durchgeführt», sagt Ryf. Sollten aus den Doppelhaltestellen Einfachhaltestellen werden, würde dies vor allem diejenigen Leute freuen, die sich über die 27 Zentimeter hohen Haltestellenkanten ärgern, die man überwinden muss, um zum Beispiel bei der Greifengasse im Bereich der Tramhaltestelle die Strasse zu überqueren. Man stelle sich diese Situation am Marktplatz vor: Auf einer Länge von 90 Metern würde – falls die Doppelhaltestelle bleibt – eine Haltestellenkante von 27 Zentimetern gebaut: Für die viele Leute, die dort das Tramgleis überqueren, wäre das unangenehm.

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 27 Februar 2019 12:10

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