Mittwoch, Juni 19, 2019

Vinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.xVinaora Nivo Slider 3.x

Wir ziehen den Hut vor dem Drummeli 2019

Die Grunz Gaischter imitieren das Erdbeben von 1356. Die Grunz Gaischter imitieren das Erdbeben von 1356. Foto: Ivo Birrer.

Die Zeitreise beginnt mit den Schnooggekerzli in der Steinzeit, bevor die Basler Dybli, verkleidet als Nonnen und Mönche, im Münster das «Nunnefirzli» zum besten geben. Rasant dreht sich das Zeitrad am Drummeli. Der Schnitzelbangg Wanderratte singt Verse über die Pest, den schwarzen Tod; die Alte Glaibasler bauen 1225 die erste Brücke vom Gross- ins Kleinbasel. Dann folgt das grosse Erdbeben von 1356, geschickt umgesetzt von der Guggenmusik Grunz Gaischter mit dem Stück «What I've Done» der Band Linkin Park.

Barock mit goldenen Engeln

Wie die anderen Cliquen hatte auch die Spale eine wunderbare Idee: Als Hommage an die erste Messe 1471 hat die Clique das «Martinsglöggli» für Piccolo arrangiert. Zu Ehren kommen auch die Basler Zünfte, vertreten durch das Spiel der Safran-Zunft, sowie der Ratsherr Johann Rudolf Wettstein, dem – nomen est omen – von der Wettstai Clique mit dem Wettsteinmarsch gedacht wird. Die Rhyschnoogge widmen sich der Barockzeit inklusive goldene Engelchen, die Alti Richtig der Seidenbandindustrie. Ganz stark ist der Auftritt der Junte­ressli: Vom Binggis bis zum Stammmitglied thematisiert die Clique die Zeit Napoleons. Vor der Pause führt die J.B. Santihans das Publikum in die Zeit der industriellen Revolution, gefolgt von der Gundeli Clique, welche die Eröffnung des Centralbahnhofs zum Thema macht.

«S Maximum»

Das Publikum jubelt, pfeift begeistert, mehrmals ertönt der Ausruf: «Das isch s Maximum!». Beifall brandet auch bei den Rahmestiggli auf: Die Pointen sitzen, das Ensemble mit Rula Badeen, Susanne Hueber, Andrea Bettini, Skelt!, Dominik Gysin, Lukas Kubik spielt hervorragend.

Die Glunggi watscheln als Pinguine auf die Bühne: 1874 wurde der Zolli eröffnet. Und 1918 wehrten sich die Arbeiter für ihre Rechte, sehr gut umgesetzt von der Clique Alti Stainlemer. An die 20er-Jahre, als im Küchlin noch Stummfilme gezeigt wurden, erinnern sich wahrscheinlich die wenigsten. Die Guggenmusik Chaote lässt diese Zeit wieder aufleben. Hühnerhaut bekommt der Zuschauer, als die VKB Fahnen mit Hakenkreuzen schwingt, Hitlerparolen verkündet – und dann, welch eine Freude, mit dem Marsch «z Basel a mym Rhy» die Befreiung der Fasnacht auslöst.

D Spezi erweist den Gastarbeitern die Referenz, und die Basler Rolli landen auf dem Mond. Die zwei Schnitzelbänggler der Stroossewischer werden auf dem Mond zurückgelassen und funken vergeblich mit der Erde, bevor sie plötzlich in Woodstock wieder auftauchen – ein begeisternder Auftritt mit starken Versen. Mit der Breo erlebt die Zuschauerin ein Revival der Ökobewegung, etwa unter dem Motto «Rettet den Erdbockkäfer», und die Rhygwäggi erinnern uns an die Zeit, als wir fleissig Gameboy spielten. Die Schnurebegge bereichern ihren Auftritt mit dem Rapper Fab und einem Graffitikünstler, bevor die Sans-Gêne die Manie mit den sozialen Medien ausspielt. 

Das Drummeli 2019 ist eine geniale Leistungsschau der Cliquen, angereicht mit fantastischen Rahmestiggli und Schnitzelbängg. Der Ideenreichtum ist grossartig, nie kommt Langeweile auf. Hut ab vor allen Beteiligten! 

 

Drummeli
Musical Theater Basel
bis Freitag, 1. März, jeweils 19.30 Uhr

 

 

Letzte Änderung am Mittwoch, 27 Februar 2019 12:22

Schreibe einen Kommentar

Danke dass Sie diesen Beitrag kommentieren möchten. Aus rechtlichen Gründen müssen wir jeden Kommentar zuerst lesen, bevor wir ihn veröffentlichen können. Da unsere Redaktion nur tagsüber besetzt ist, kann es u.U, etwas dauern. Wir bitten Sie um Verständnis. Im Weiteren möchten wir Sie darauf hinweisen, dass Kommentare, die gegen die akteulle Gesetzgebung verstossen, für deren Urheber rechtliche Konsequenzen zur Folge haben können. Ein Recht auf die zwingende Veröffentlichung eines Kommentars besteht explizit nicht.
Die Redaktion

Die mit einem * versehenen Kästchen müssen zwingend ausgefüllt werden.