Mittwoch, Juni 19, 2019

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«Bin nicht mehr bereit, meinen Kopf hinzuhalten»

  • Montag, 03 Juni 2019 15:19
  • geschrieben von  ilo
Ex RTV-Trainer Samir Sarac trainiert nun die besten Junioren der Schweiz. Ex RTV-Trainer Samir Sarac trainiert nun die besten Junioren der Schweiz. Foto: Varadi (Archiv)

Erfolgstrainer Samir Sarac ist froh, ist das Kapitel «RTV» für ihn vorbei und freut sich auf eine für ihn neue Aufgabe.
Die Stimmung im Team war nach der schwierigen Abstiegssaison 16/17 auf dem Tiefpunkt. Doch Samir Sarac, der neue Mann an der Seitenlinie, schaffte es damals mit seiner gewinnenden Art und seinem taktischen Know-how, die Mannschaft zu stabilisieren. Mit einer erstaunlichen Dominanz gelang dem RTV Basel im vergangenen Sommer die Rückkehr in die höchste Spielklasse. Die Basler dominierten die Konkurrenz nach Belieben. Dass diese Dominanz in der Nationalliga A ein Ende nehmen wird, war auch Sarac klar. Aber nicht nur die starke Konkurrenz machte dem RTV-Coach das Leben schwer. Viel zu oft sei er vom Vorstand in wichtige Entscheidungen nicht eingebunden worden. Seit Mitte Mai ist offiziell bekannt, dass der Vertrag mit Sarac trotz Playoff-Qualifikation nicht verlängert wird und er sich einen neuen Job suchen kann. Den hat er bereits gefunden. Bei der HSG Nordwest übernimmt er das Traineramt des U19-Elite-Teams.

VG: Herr Sarac, wären Sie gerne RTV-Trainer geblieben?
Samir Sarac: Das ist eine hypothetische Frage. Schwierig zu sagen. Wenn man mir die Möglichkeit gegeben hätte, die nächste Saison professionell zu planen, einen kompetitiven Kader zusammenzustellen und mir aufgezeigt worden wäre, dass der RTV Kontinuität anstrebt, dann hätte ich mir vorstellen können, weiterhin als Trainer in Basel zu arbeiten. Aber die Situation war eine andere. 

Wie sah sie denn aus?
In viele wichtige Entscheidungen wurde ich nicht eingeweiht. Es wurde einmal mehr improvisiert. Deshalb ist es besser so, wie es jetzt gekommen ist. Ich bin unter diesen Umständen nicht mehr bereit, meinen Kopf für Fehler anderer hinzuhalten.

Mit Improvisation sprechen Sie die Kaderplanung an.
Ja, man war wieder einmal viel zu spät dran. Wir haben eine halbe Ewigkeit ohne richtigen Kreisläufer gespielt, eine der wichtigsten Positionen im heutigen Handballsport. Fast zwei Monate lang waren wir jeweils zu sechst im Training. Dennoch holten wir einige Punkte. Als wir zum Schluss wieder mehr und einigermassen vollzählig trainieren konnten, erreichten wir sogar die Playoffs und ärgerten den späteren Schweizermeister Schaffhausen. Das Saisonziel haben wir erreicht. Ob das noch einmal mit diesen Voraussetzungen gelungen wäre? Ich bezweifle es. Da klaffen für mich Anspruch und Realität zu stark auseinander. 

Hat man Ihnen erklärt, weshalb Ihr Vertrag nicht mehr verlängert wurde?
Nein. Ich bin mit den Verantwortlichen zusammengesessen und da hat man mir gesagt, dass der Vorstand entschieden hat, den Vertrag nicht zu verlängern. Ich habe aufgrund der Signale, die ich während der Saison erhalten habe, schon früher das Gespräch gesucht, um meine persönliche Zukunft zu klären. Aber es blieb bei diesem einen Treffen. Letztendlich bin ich erleichtert und froh, hat man mir den Entscheid abgenommen. 

Inzwischen haben Sie eine neue Aufgabe als Trainer der U19-Elite-Mannschaft der HSG Nordwest übernommen. Die wurde zuletzt Schweizermeister. Wie kam es dazu?
Ich bin seit drei Jahren auch am Regionalen Leistungszentrum Nordwestschweiz engagiert und kenne daher die meisten aus diesem Team. Dadurch stehe ich auch mit Ramon Morf in Kontakt, der ebenfalls am RLZ und bei der HSG als Trainer amtet. Die Leute im Verein, darunter viele Eltern, sind mit Herzblut dabei. Nachdem meine Zeit beim RTV zu Ende ging und der Job bei der U19 frei wurde, habe ich diese Aufgabe sehr gerne angenommen. 

Es ist Ihr erstes Engagement im Juniorenbereich auf Top-Niveau. Was gilt es dabei besonders zu beachten?
Ganz zentral ist: Es gibt im Junioren-Handball keinen Ergebnisdruck. Es ist natürlich schön, Ende Saison als Mannschaft den Pokal in die Höhe zu stemmen. Viel wichtiger ist aber die Entwicklung der einzelnen Spieler im physischen und technischen Bereich. Ein weiterer ganz wichtiger Fokus ist für mich ist die Persönlichkeitsentwicklung. 

Wie steht es um den Handballnachwuchs in der Nordwestschweiz?
Die letzten Erfolge zeigen, dass sehr gut gearbeitet wird. Gute Trainer und das richtige Training sind die Basis. Mit Erfolg meine ich nicht Titel, sondern die erfolgreiche Vorbereitung der Spieler auf die Konkurrenz in den beiden höchsten Ligen der Schweiz. Mit Max Gerbl und Lucas Meister haben es zwei sogar in die Nationalmannschaft geschafft. Es würde mich nicht überraschen, wenn in den nächsten Jahren weitere folgen. 

Letzte Änderung am Mittwoch, 05 Juni 2019 09:06

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